Darmsanierung durch Mikrobiologische Therapie - Symbioselenkung

Als Mikrobiologische Therapie oder Symbioselenkung bezeichnet man die Regulation der Darmflora durch die Zufuhr nützlicher Darmkeime.

Anwendungsgebiete

Infektanfälligkeit (insbesondere gehäufte Infektionen der Atemwege oder der Harnwege)
Neurodermitis
Heuschnupfen
Allergien

Nach Antibiotika oder Kortison Therapie
Verdauungsbeschwerden, Reizdarmsyndrom


In der Komplementäronkologie 
Nachsorge nach Bestrahlung und/oder Chemotherapie zur Verbesserung der Immunfunktionen, Anregung des Stoffwechsels und auch Beseitigung therapiebedinger Schäden im Darm.

Die Darmflora

Unser Darm ist mit Billionen von nützlichen Kleinstlebewesen, vor allem Bakterien, besiedelt, die für unser Wohlbefinden unerlässlich sind. Diese Mikroorganismen bezeichnet man als Darmflora. Ihre Zahl ist unvorstellbar groß – unser Darmschleimhaut ist von mehr Keimen besiedelt als der Körper Zellen hat.

Diese Darmkeime leben normalerweise in harmonischem Gleichgewicht (= Symbiose – Griech: „sym“ = zusammen, miteinander, „bios“ = Leben) mit dem Menschen. Sie leben von der Nahrung, die wir aufnehmen und leisten dafür unverzichtbare Dienste für unsere Verdauung und das Immunsystem. Sie sind wichtig für das Aufschließen der Nahrungsbestandteile und produzieren wichtige Vitamine und essentielle Fettsäuren. Gleichzeitig halten sie krankmachende Keime, wie Viren, Bakterien und Pilze, durch verschiedene Mechanismen „in Schach“ und verhindern deren ungezielte Vermehrung. In enger Zusammenarbeit mit dem Immunsystem sorgt die gesunde Darmflora für ein ständiges Training der Abwehrzellen.

Das Darm-assoziierte Immunsystem

Erst in den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass der Darm eine ganz entscheidende Rolle für unser Immunsystem spielt. Etwa 80 % aller Abwehrzellen und die meisten Lymphknoten liegen im Darm. Der Darm ist unsere größte Kontaktfläche mit der Umwelt. Man hat errechnet, dass seine innere Oberfläche - könnte man ihn glätten, mindestens 300 m² beträgt. Man weiß heute, dass das darmeigene Immunsystem auf die Zusammenarbeit mit einer funktionierenden Darmflora angewiesen ist. Hier werden den Abwehrzellen ständig fremde Substanzen präsentiert, es bekommt Informationen zur Bildung von und Abwehrstrategien entwickelt.

Störungen der Darmflora

Der Darm hat eine große Fähigkeit zur Selbstregulation und kann kurzfristige Belastungen und Störungen wieder ausgleichen. Lang andauernde oder zu massive Belastungen jedoch führen zu Störungen der Darmflora. Schädigende Faktoren sind zum Beispiel

Falsche Ernährung (Fast Food, Fertigprodukte, zu viel Weißmehl, zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viel Eiweiß, Mangel an Ballaststoffen)

Medikamente wie Antibiotika, Kortison, Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie

In der Folge werden nützliche Darmkeime verdrängt, schädigende Keime können sich ausbreiten und ihre giftigen Stoffwechselprodukte ausscheiden. Aus der Sym-biose wird eine Dys-biose (Griech: „dys“ = „un-, „miss-“ im Sinne von Störung). Die Ernährungs- und Barrrierefunktion der Darmflora wird zunehmend beeinträchtigt und die Informationsübermittlung an das Immunsystem gestört. Der Stoffwechsel verschiebt sich in Richtung Gärung oder Fäulnis. Giftige Stoffwechselprodukte und Bakterientoxine greifen die Darmschleimhaut ständig an und führen zu Entzündungsreaktionen mit zunehmender Schädigung der Darmschleimhaut. Das sogenannte „Leaky-Gut-Syndrom“, der löchrige Darm, entwickelt sich. Der Organismus wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Durch die geschädigte Darmschleimhaut gelangen zunehmend mehr Fremd- und Schadstoffe in den Körper, während gleichzeitig das Immunsystem schwer beeinträchtigt bzw. überfordert ist, so dass der Mensch immer anfälliger für eine Vielzahl von Gesundheitsstörungen wird wie beispielsweise:

Allergien
Hauterkrankungen
Gehäufte und ständig wiederkehrende Infekte
Verdauungsstörungen, Reizdarmsyndrom und entzündliche Darmerkrankungen

Auch Rheuma und andere Gesundheitsstörungen werden mit einer gestörten Darmfunktion in Verbindung gebracht.

Diagnostik und Therapie

Hinweise auf die Notwendigkeit einer Darmsanierung geben oft schon die im Anamnese-Gespräch genannten Beschwerden und evtl. vorausgehende medikamentöse Therapien. Eine Stuhluntersuchung kann Aufschluss auf den Keimgehalt und die Zusammensetzung der Keime geben.

Die eigentliche mikrobiologische Therapie, die Zufuhr von nützlichen Darmkeimen, sollte immer auch einhergehen mit einer dauerhaften Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, im Sinne einer gesunden Vollwertkost. Weitere naturheilkundliche Maßnahmen und gezielte Ernährungsberatung können diese Behandlungsform individuell ergänzen.

Zur langfristigen Pflege der Darmflora empfehlen sich milchsauer vergorene Nahrungsmittel, wie Sauerkraut und Sauerkrautsaft, Sellerie- und Rote-Beete-Saft, Getränk aus vergorenem Getreide, Kefir, Sauermilch etc. im täglichen Speiseplan.

Die Behandlung erfordert Geduld. In der Regel ist mit einer Behandlungsdauer von 3 - 6 Monaten zu rechnen.